| Helga und
Wolfgang Döll


Stuttgarter Stadtanzeiger, 29.06.2005
The Show must go on!
Oberboihingen (ar). Vielen mögen die Namen Helga und Wolfgang Döll zwar bekannt sein – aber sie gleich richtig zuzuordnen fällt ihnen schwer. Erst das Stichwort »Melody Singtett« löst den »Aha!«-Effekt aus. Andere wiederum wissen gleich: »Das sind doch die Unterhaltungskünstler, die schon seit einigen Jahren mit einem Text- und Musikprogramm auftreten.« Richtig, und damit knüpfen sie an ihre früheren Erfolge an.
Helga und Wolfgang Döll: »Die
Bühne
gehört
zu unserem Leben wie die Luft zum Atmen.«
Stets aktiv – und
doch bescheiden
»Was ist eigentlich aus dem ›Melody
Singtett‹ geworden?«, wird sich der eine oder andere
schon gefragt haben.
Von Adriana Rossi, Juni 2005
Oberboihingen. »Oh,
das gibt es schon eine ganze Weile nicht mehr«, erklärt
Helga Döll. Sie ist die Dame, die bei Live-Auftritten des
Ensembles ihres Mannes Wolfgang immer wieder die Moderation übernommen
und diese mit ihren Gedichtvorträgen ausgeschmückt
hatte. Mitgesungen hat sie in der Gruppe jedoch nie. »Ich
komme mehr aus der Tanz- und Theaterecke«, erklärt
sie – und es stellt sich heraus, dass sie hierfür
eine grundsolide Ausbildung absolviert hatte. Zwar wurde sie
in Friedrichshafen geboren, ihre Jugendzeit verbrachte sie jedoch
in Wien, wo sie eine Ballettausbildung für klassischen Tanz
erhielt und das Konservatorium für dramatische Kunst besuchte.
Als ihre Wege sie zurück führten, setzte Helga Döll
ihre Schauspielausbildung bei Carlo Fuhs in Stuttgart fort. Zudem
war sie Mitglied des Merkert-Haagen-Ballets und gehörte
anschließend dem Pleva-Ballett an.
Doch auch bei Wolfgang Döll war die künstlerische Ader
recht früh entdeckt worden. Der gebürtige Heidenheimer
lernte schon in seiner Jugend Gitarre und gehörte von 1954
bis 1974 dem damals besonders im »Ländle« bekannten »Vogl-Quartett« an,
das auch immer wieder im Rundfunk zu hören war. »Musik
und Tanz verbinden bekanntlich«, erzählen sie, »und
so lernten wir uns während einer gemeinsamen Veranstaltung
unserer jeweiligen Ensembles in der Stuttgarter Liederhalle kennen – und
lieben.« Noch immer leuchten die Augen der Beiden, wenn
sie sich daran erinnern. 1969 folgte dann die Heirat, und sie
fanden in Oberboihingen eine neue Heimat. Hier gründete
Wolfgang Döll 1978 einen kleinen Chor, sein »Melody-Singtett«.
Er komponierte und textete selbst, und war für die Chorbearbeitung
verantwortlich. Im November 1982 trat das »Melody Singtett« erstmals öffentlich
auf. Und schon bald wurde die Gruppe mit dem Swing im Sound weit über
die Landesgrenzen hinaus bekannt. Der Süddeutsche Rundfunk,
der Südwestfunk, der Saarländische und auch der Hessische
Rundfunk luden den kleinen Chor zu ihren Sendungen ein. Beim
SDR-«Frühschoppen« und beim »Fröhlichen
Alltag« des Südwestrundfunks (SWR) gehörte das »Melody
Singtett« schon bald zu den Stammgästen. Und als die
Fernsehsendung »Im Krug zum grünen Kranze« 1986
bundesweit ausgestrahlt wurde, war die Singgruppe wiederholt
dabei. Ab diesem Moment ging es Schlag auf Schlag. Und so waren
unter anderem »Heimatmelodie«, »Servus, Gruezi
und Hallo«, »Miniaturen«, »Fröhlicher
Weinberg«, oder Karl Moiks beliebter »Musikantenstadl« ihre
Stationen. Und trotzdem waren sie dabei immer bescheiden geblieben.
Zwei Alben nahmen die Musiker während ihrer Karriere auf.
1996 war das dritte bereits in Vorbereitung – da verließ nach
18 Jahren Zugehörigkeit die erste Sopranistin unerwartet
die Gruppe. Trotz aller Versuche gelang es Döll nicht mehr,
eine qualitativ gleichwertige Sängerin zu bekommen. 2003
trennte sich das »Melody Singtett« schließlich.
Helga Döll wiederum wirkte bei verschiedenen Produktionen
der Nürtinger Senioren-Theatergruppe »Die Wagemutigen« mit.
Nachdem diese sich aufgelöst hatte, begann das Ehepaar,
ein eigenes Programm auf die Beine zu stellen. das sie ständig
erweitern. Unter dem Titel »Spaß mal Zwei!« halten
sie »satirisch-witzige Dialoge und launige Vorträge«,
garniert mit viel Charme. Zum Teil handelt es sich dabei um eigene
Texte, zum Teil um ausgesuchte unter anderem von Peter Ustino,
und Ephraim Kishon. Zusammen mit einem Pianisten würzt Wolfgang
Döll die Aufführung mit Gesangseinlagen. Herauszuheben
wäre auch dessen Begabung, verschiedene Dialekte zu kopieren,
die er geschickt einzusetzen weiß. Zudem arbeiten die Beiden
immer wieder mit der Filmakademie zusammen, und nahmen schon
bei »Pro 7« und »RTL« an diversen Castings
teil. (ca. 4.400 Anschläge)
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Ein eingespieltes Team: Helga und Wolfgang
Döll.
Foto: privat
KONTAKT
Helga und Wolfgang Döll
Oberboihingen
Tel.: 07022/62767
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